
Die LINKE-Bundestagsabgeordnete Heidrun Dittrich aus Hannover und unsere sozialpolitische Sprecherin Birgit Hundrieser diskutierten mit Dunja McAllister (v.l.n.r.) über die politische Umsetzung des Opferschutzes in Region, Land und Bund.
Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU), Justizminister Bernd Busemann (CDU) und Dunja McAllister, Gattin des Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) und Schirmherrin der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, eröffneten am 24.1.2012 im Niedersächsischen Landtag die von einer Schülergruppe erarbeitete Wanderausstellung "Er!Sie!Es!...Du? - Opfergeschichten".
Mit ‚graphic novels‘, das sind comicartig illustrierte Erzählungen, konfrontiert die Projektgruppe der Braunschweiger Johannes-Selenka-Schule die Besucher _innen ihrer Ausstellung mit den Leidens-und Lebensgeschichten von Gewaltopfern. (Ausstellung vom 25.1.-21.2.2012 wochentags im Landtagsgebäude).
„Mitgefühl allein nützt Opfern von (sexualisierter) Gewalt rein gar nichts“, kommentiert die Sozialpolitische Sprecherin der Linken, Birgit Hundrieser, die inhaltlichen Beiträge der Redner_innen zur Eröffnung der Wanderausstellung des Schulprojektes zum Thema Gewalt. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Opfern von Gewalt qualifizierte Hilfen, sowie Zuflucht und Schutz zu bieten. Es kann nicht angehen, dass ausgerechnet Frauenhäuser und Beratungsstellen zurzeit weggespart werden, während alle darüber berichten, dass (sexualisierte) Gewalt mit der aktuell steigenden Armut der Menschen dramatisch zunimmt. In ihrer Rede forderte Frau McAllister mehr Respekt für Opfer von Gewalt, Respekt im Sinne von Anerkennung des Leides und der Notwendigkeit gesellschaftlicher Hilfe. Das ist eine weise Erkenntnis, wie auch McAllisters Hinweis auf die wichtige und gute Zusammenarbeit mit ehrenamtlich arbeitenden Institutionen. Mitgefühl und ehrenamtlich geleistete Hilfen, wie sie in den Eröffnungsreden beschrieben wurden, halte auch ich für wichtige Beiträge zu einer guten Sozialstruktur. Aber sie dürfen nicht gegen professionelle Betreuungsangebote und Stellen von qualifizierten Fachkräften ausgetauscht werden. Unser soziales Netz braucht die Einbindung von Ehrenamtlichen zwar als Unterstützung, aber die tragenden Säulen zur sozialen Sicherung müssen in der Verantwortung der Öffentlichen Daseinsvorsorge bleiben und das geht nur durch ausgebildete Fachkräfte, den weiteren Ausbau und die vernünftige Finanzierung von Beratungsstellen“, so Hundrieser.