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Birgit Hundrieser, sozialpolitische Sprecherin
27. Januar 2012 Birgit Hundrieser, sozialpolitische Sprecherin

Linke kritisiert: von der Leyen verleugnet steigende Kinderarmut!

Laut unserer Bundesarbeitsministerin (NP vom 27.1.12), sind  im September 2006 etwa 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren im Hartz IV- Leistungsbezug  gewesen.  Laut Statistik seien es 2011 „nur noch“ 1,64 Millionen der unter 15jährigen Kinder gewesen, also 260.000 Kinder weniger als im Jahre 2006.  

Nach Angaben des Kinderschutzbundes gibt es seit 2006 allerdings 750.000 weniger Kinder unter 15 Jahren in unserem Land. Wie passen diese Zahlen mit den Angaben unserer Arbeitsministerin zusammen? Es grenzt an Volksverspottung, die „leyenhaften“ Zahlen überhaupt zu veröffentlichen.

Hartz IV-Statistiken werden gerne ‚schön geredet‘.  Erziehende mit Teilzeitjobs unter 14,5 Wochenstunden und prekären Gehälter, die mit Sozialleistungen aufgestockt werden müssen, werden bei dem Zahlenspiel überhaupt nicht berücksichtigt. Ebenso die Eltern, die über 55 Jahre alt sind und diejenigen, die sich gerade in Maßnahmen der Jobcenter befinden.

Je nach eigennützigem Interesse kann eine Statistik ihre Zahlen so geschickt verfärben, dass die Wahrheit verborgen bleibt.

Fakt ist, dass die Kinderarmut in keinem anderen Land so dramatisch ansteigt, wie in der reichen Bundesrepublik Deutschland. Arme Kinder haben arme Eltern, diese Logik ist nicht zu widerlegen.

Armut bezeichnet den Mangel an lebenswichtigen Gütern wie Nahrung, Kleidung, Obdach, Gesundheitsversorgung sowie einem minimalen Konsumstandard.

An erster Stelle der Armutsbilanzen stehen  Erwerbslose, gefolgt von Alleinerziehenden, Migrantinnen  und prekär Beschäftigte…und deren Kinder.

Auch in der Region Hannover ist nach Angaben des Kinderschutzbundes jedes 6. Kind von Armut betroffen. Wir brauchen keine beliebig interpretierbaren Statistiken, sondern müssen endlich die Ursachen von Armut beseitigen.

Kinderarmut lässt sich einzig und allein über die Armutsbekämpfung der Eltern abschaffen!

Deshalb bleibt DIE LINKE auch in der Region Hannover unnachgiebig in ihren Mindestforderungen:

Ø      wir brauchen Vollzeitarbeitsplätze mit existenzsichernden  Löhnen

Ø      vollschichtige Kinderbetreuungsplätze für alle Kinder ab 0 Jahren

Ø      Hilfen zur beruflichen Integration und kindgerechte Ausbildungsplätze für Alleinerziehende

Ø      spezielle, frühkindliche Sprachförderung für alle bedürftigen Kinder und ggf. deren Familien