Mit der Prüfung oberirdischer Stadtbahnstrecken im innerstädtischen Bereich wird der weltweite Trend der Renaissance der Straßenbahn endlich auch in Hannover aufgegriffen. Konkret soll geprüft werden, ob die östliche Südstadt über Berliner Allee und Sallstraße erschlossen werden kann. Außerdem wird über eine Verbindung zwischen Thielenplatz und Zoo über den Emmichplatz nachgedacht. Letztgenannte Variante wurde bereits vor Jahren von Umwelt- und Verkehrsinitiativen unter dem Begriff „Trick 17“ ins Gespräch gebracht. Damit ließen sich die laufenden Betriebskosten deutlich senken, da zwei kurze Stadtbahnlinien (11 und 17) zu einer langen zusammengefasst, und im Busbereich deutlich Kilometer eingespart werden könnten.
Der verkehrspolitische Sprecher der LINKEN, Stefan Müller, warnt jedoch vor einem teuren D-Tunnel in die Südstadt. Dadurch könnte die Stabilität der Dichtwand, die den vergifteten Untergrund des ehemaligen Kertessgeländes abschottet, in ihrer Stabilität gefährdet werden. Außerdem kritisiert Müller den Marketing- und Finanzteil des Nahverkehrsplans: Möglichen Einschränkungen bei den Stammkunden des Öffentlichen Personennahverkehrs, wie die Reduzierung der Rabattierungen bei Abos oder eine noch stärkere Elternbeteiligung für Schülerinnen und Schüler verweigert DIE LINKE ihre Zustimmung. Bei der Infrastrukturfinanzierung wirkt die neoliberale Ideologie sogar noch weiter: Infrastrukturprojekte, wie Brückenbauten, sollen danach durch Public Private Partnership finanziert werden. Stefan Müller dazu: „Private steigen da nur ein, wenn sie kurzfristig eine Rendite erzielen. Das geht immer auf Kosten der öffentlichen Hand.“
Roter Faden, Ausgabe November 2007