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Radioaktiver Müll an weiteren Stellen?

Radioaktiver Giftmüll aus der Produktion der Chemiefabrik de Haën lagert im Stadtteil List wohl nicht nur am De-Haën- Platz, sondern noch an weiteren Stellen.

Nachdem die Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ Druck gemacht hatte, recherchierten Mitarbeiter der Region Hannover als zuständiger Bodenschutzbehörde. Sie wurden in Altlastengutachten fündig, die jahrelang offensichtlich ungelesen in den Regalen der Stadt Hannover, des ehemaligen Landkreises und der Region Hannover lagen. Die Regionsmitarbeiter sind auf mehrere Verdachtsflächen in der List und in Linden gestoßen, wo de Haën im 19. Jahrhundert Produktionsstätten gehabt hat. Diese Flächen müssen jetzt untersucht werden. Dank der Bürgerinitiative ist die „unkoordinierte grundstückscharfe Altlastenentsorgung“ vom Tisch. Danach hätten die Bewohnerinnen und Bewohner für die Sanierung sofort selbst zahlen müssen. Die Region Hannover erstellt stattdessen ein Gesamtkonzept und hat nach anfänglichem Widerstand außerdem ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. „Dieses soll prüfen, inwieweit man die Firma de Haën als Verursacher zur Kasse bitten kann“, erläutert Dr. Michael Braedt, umweltpolitischer Sprecher der LINKEN in der Regionsversammlung. Der Altlastenexperte engagiert sich zusammen mit Michael Höntsch, Fraktionschef der LINKEN im Rat der Landeshautstadt, und Stadtteilsprecher Rainer Budnick in der Bürgerinitiative.

Altlastenfonds beantragt
Um der Region bei der Sanierung unter die Arme zu greifen, hat DIE LINKE im Landtag beantragt, einen Altlastenfonds einzurichten. Den fordern inzwischen alle Parteien in der Regionsversammlung. Michael Braedt warnt allerdings davor, allein auf den Fonds zu vertrauen. „Davon muss die Landesregierung noch davon überzeugt werden“, betont er. „Außerdem darf der Altlastenfonds nicht dazu führen, dass der Verursacher des radioaktiven Giftmülls oder dessen Rechtsnachfolger ungeschoren davonkommen.“