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Stadtbahn als belebendes Element

Um die Verkehrssituation in der hannoverschen City zu verbessern, gibt es Bestrebungen, die D-Linie mit einem Tunnel unter der Innenstadt hindurchzuführen. Die LINKE bevorzugt stattdessen eineoberirdische Führung.

Die Tunnelbefürworter haben im Grunde nur zwei Argumente auf ihrer Seite. Erstens die Fahrzeitverkürzung. Dem lässt sich entgegenhalten, dass zwar die reine Fahrzeit kürzer wird, nicht jedoch die Reisezeit, da es in der Innenstadt nur noch zwei Stationen, am Steintor und am Hauptbahnhof, geben würde. Diese liegen unter den vorhandenen Stationen, also werden die Zuwege deutlich länger. Außerdem wird die zentrale Station Kröpcke nicht direkt angefahren. Das zweite Argument kann nur gelten, wenn die Stadtbahn als Fremdkörper einer urbanen Stadt wahrgenommen wird. Die Entwicklung in vielen Städten weltweit geht aber gerade dahin, oberirdische Stadtbahnen als belebend und urban wahrzunehmen. Und wer sich einmal den Verkehr auf der Kurt-Schumacher-Straße anschaut, wird feststellen, dass dort nicht die Stadtbahn, sondern der sich stauende motorisierte Verkehr das Problem ist.

Aber auch finanziell macht ein Tunnel keinen Sinn: Ein kurzer Stummel vom Clevertor bis zum Hauptbahnhof würde rund 120 Millionen Euro kosten. Als Alternative dazu hat die Region eine oberirdische Streckenführung untersucht, diese würde rund 46 Millionen Euro kosten. Die Linie 10 würde dann vor dem Ernst-August-Platz in den Posttunnel abbiegen und am Raschplatz enden. Der Ast Richtung Thielenplatz/Aegi würde stillgelegt. Aber auch hier stehen die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es ergäbe sich zwar eine verbesserte Umsteigesituation am Raschplatz, aber die Direktverbindung zum Aegi fiele dadurch weg. Die LINKE favorisiert stattdessen eine Verlängerung der D-Linie in Richtung Marienstraße/Sallstraße. Dabei sollte überlegt werden, ob diese nicht auf dem Fahrweg der jetzigen Buslinie 121 (Joachimstr./Lavesstr.) erfolgen könnte. Der verkehrspolitische Sprecher der linken Regionsfraktion, Stefan Müller, warnt vor dem Hintergrund vieler offener Fragen bezüglich Fahrzeugtechnik, Wirtschaftlichkeit und wirklicher Bürgerbeteiligung vor Schnellschüssen, welche die städtebaulichen Fehler der Vergangenheit für die Zukunft manifestieren.