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Bus- und Bahntickets wieder teurer: Fahrgäste und Beschäftigte zahlen die Zeche

Alljährlich steigen die Fahrpreise. Für nächstes Jahr sind durchschnittlich 2,43 Prozent Erhöhung geplant. SPD und Grüne stimmten dem Vorschlag des Verkehrsverbundes Großraum-Verkehr Hannover (GVH), in dem die Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen sind, zu.

Dabei wäre eine Zustimmung gar nicht nötig gewesen. GVH und Region Hannover schlossen einen Vertrag, der es dem GVH ohne Zustimmung der Region erlaubt, die Fahrpreise im Rahmen der Inflationsrate plus 1 Prozent zu erhöhen. Dies hatte DIE LINKE als einzige Fraktion abgelehnt. Der Vertrag läuft in der kommenden Wahlperiode aus. Die LINKE will diese Klausel aus dem Vertrag streichen.
SPD und Grüne wiesen ihre Vertreter im Aufsichtsrat der RegioBus an, der Fahrpreissteigerung zuzustimmen. Die CDU lehnte diese Erhöhung ab, hat aber in der Vergangenheit schon häufiger Erhöhungen zugestimmt. Nur die LINKE lehnt die regelmäßig steigenden Fahrpreise für Busse und Bahnen seit Regionsgründung konsequent ab und brandmarkt diese Preisspirale als umwelt- und klimapolitisch falsches Signal. Außerdem gebe es immer noch kein echtes monatliches Sozialticket, kritisiert die Linksfraktion in der Regionsversammlung.
Gerade Geringverdienende und AufstockerInnen, die teilweise voll berufstätig sind, haben vom derzeitigen „Sozial“-Ticket“ keinen Nutzen, weil es nur als Tagesticket erhältlich ist. Diese Gruppen treffen die Preissteigerungen, genauso wie SchülerInnen der Sekundarstufe II und Azubis, besonders hart.

Die LINKE hält die Erhöhung auch für unnötig, weil die Einnahmen der vergangenen Jahre durch neu hinzugewonnene Fahrgäste stets über den Planungen lagen. Dem Argument, dass mit den Fahrpreissteigerungen Lohnerhöhungen finanziert werden müssten, widerspricht die Linksfraktion. Die Einkommenszuwächse für die Beschäftigten fallen dieses Jahr nur rund halb so hoch wie die Fahrpreissteigerungen aus. Außerdem haben die Verkehrsunternehmen in den vergangenen Jahren die Zahl der Beschäftigten verringert, und neu eingestellte MitarbeiterInnen erhalten teilweise rund ein Viertel weniger Gehalt als früher.