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Niederflurbahnen statt Hochbahnsteige auf Stadtbahnlinie 10!

Auf einer Anhörung im Bezirksrat Linden-Limmer hatte DIE LINKE vor zwei Jahren vorgeschlagen, statt weitere Hochbahnsteige zu bauen, sogenannte Niederflurbahnen auf der Stadtbahnlinie 10 einzusetzen. Diese ermöglichen auch einen barrierefreien Einstieg. Notwendig sind dafür nur 25 bis 30 Zentimeter hohe Borde, die im Gegensatz zu Hochbahnsteigen nicht die enge Limmerstaße in Linden verschandeln und deutlich preiswerter zu bauen sind. Seither ist die Diskussion um Niederflurfahrzeuge auf der Linie 10, der sogenannten D-Linie, nicht mehr verstummt.

 

Anlieger in Limmerstraße wehren sich

Gegen Hochbahnsteige in der Limmerstraße laufen Anwohner/innen und Geschäftsinhaber/innen Sturm. Drei rund 100 Meter lange Bahnsteige waren ursprünglich geplant. Sie würden den Raum für Fußgänger/innen und Radler/innen erheblich beeinträchtigen und die Aufenthaltsqualität, auch durch das Abholzen von Bäumen, deutlich verschlechtern. Trotz dieser Einwände haben die Verkehrsplaner von Stadt, Region und Üstra gegenüber der Niederflurtechnik große, zum Teil ideologische Vorbehalte. So wurde in einem Gutachten im Auftrag der Region aus dem vergangenen Jahr behauptet, dass die 25 bis 30 Zentimeter hohen Borde auf der Straße für die Niederflurbahnen fast genauso teuer seien wie Hochbahnsteige.
Der starke Protest gegen die Hochbahnsteige zeigt inzwischen Wirkung. Im Modell für die Hochbahnsteigvariante wurde die Länge der Bahnsteige auf 50 bis 60 Meter verringert. Ein Fahrbetrieb mit 3-Wagen-Zügen, der zu einem schlechteren Takt hätte führen können, ist nicht mehr vorgesehen. Die Region will außerdem ein neues Gutachten erstellen, um die verkehrlichen, städtebaulichen und finanziellen Auswirkungen der Hochbahnsteige und der Niederflurvariante noch einmal genau zu prüfen und miteinander zu vergleichen. Scheinbar glauben die Verantwortlichen in der Region ihrem Gutachten aus dem vergangenen Jahr selbst nicht mehr.

Auch östliche Südstadt würde profitieren

In diesem Gutachten hat die Region auch untersuchen lassen, inwieweit die D-Linie zwischen Ahlem und Aegi weiter bis zum Bismarckbahnhof fahren kann. Damit würde die östliche Südstadt ans Stadtbahnnetz angeschlossen und die oft verspätete und überfüllte Buslinie 121 entfallen. Auch dort sind Niederflurfahrzeuge attraktiv: Die kleinen Hochborde kann man deutlich besser in die Sallstraße integrieren als große klobige Hochbahnsteige.

Nein zum Tunnel

Die Linksfraktionen in Rat und Regionsversammlung streiten nicht nur für eine attraktive Stadtbahnlinie 10 mit Niederflurfahrzeugen. DIE LINKE ist auch vehement dagegen, die D-Linie in einen Tunnel vom Goetheplatz bis zum Raschplatz zu zwängen. Auch das hatte die Region im besagten Gutachten untersuchen lassen. Kosten: 130 Millionen Euro, wovon die Region Hannover 30 Millionen Euro übernehmen müsste. Den Rest würden Bund und Land bezahlen. Zu den hohen Kosten käme weniger Service für die Fahrgäste. Die Innenstadt wäre schlechter erreichbar, weil die Bahn hinter dem Goetheplatz unter die Erde verschwinden und nur unter den U-Bahnstationen Steintor und Hauptbahnhof halten würde. Allein der lange Weg bis an die Oberfläche aus dieser sogenannten Minus-3-Ebene würde die Fahrzeitgewinne aufzehren. Zudem wären die Stationen in den Abendstunden kein Ort, an dem sich Fahrgäste wohl fühlen. Nur das Umsteigen in Richtung Podbi und Vahrenwalder Straße würde sich verbessern.