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Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in der Region Hannover

Anfrage gemäß § 9 Geschäftsordnung  

Sachverhalt:

In der Region Hannover gibt es eine dramatische Zunahme von Wohnungs- und Obdachlosigkeit.

Allein in der Stadt Hannover haben 4.500 Menschen keine Wohnung, 400 Obdachlose müssen „Platte machen“. Viele wohnungslose Menschen meiden die Notunterkünfte in Massenquartieren und überleben durch Angebote wie dem Kälte Bus der Caritas oder dem „Bollerwagen-Cafe“ für Arme. Auch mit Mini-Häuser-Projekten „Littles Homes“ und „Tiny House“ wird versucht die große Not der Wohnungslosen zu lindern. Tommi überlebte diesen Winter nicht, er fand den Kältetod am Kröpcke, dem zentralen Treffpunkt für Menschen in Hannover 1.Andere Obdachlose leben in den Wäldern der Region Hannover unter menschenunwürdigen Bedingungen.2

Im Februar 2018 wurde die Regionsverwaltung durch Parlamentsbeschluss [Nr.1117 ÄAn] beauftragt die Situation von Obdach-/Wohnungslosen in der Region Hannover kurzfristig zu verbessern.

Ein Konzept zur Weiterentwicklung der Hilfen für Frauen in Wohnungsnotfällen [Nr.1834(IV)BDs] wurde in den Fachausschüssen SWG & AfG beraten und in der RV vom 18.12.2018 verabschiedet.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Regionspräsidenten:

  1. Wie hoch ist die Zahl an Wohnungslosen in der Region Hannover (ggf. geschätzt)?
  2. Im Februar 2018 wurde ein Prüfauftrag, die Situation von Obdach-/Wohnungslosen kurzfristig zu verbessern, verabschiedet. Gegenstand des Prüfauftrag waren u.a. die Umwidmung von Flüchtlingsunterkünften und die Einführung des Modells „Hotel plus“. Welche Maßnahmen zur kurzfristigen Abhilfe von Obdach-/Wohnungslosigkeit sind seitdem umgesetzt worden?
  3. Welche Schritte (Fachliche Standards und Maßnahmen) zur Umsetzung des Konzepts zur Weiterentwicklung der Hilfen für Frauen in Wohnungsnotfällen [Anhang zur Nr. 1834(IV)BDs] sind bereits auf dem Weg gebracht worden?
  4. Warum gibt es bisher keine entsprechenden Hilfsangebote für wohnungslose schwangere Frauen in der Region Hannover?
  5. In welchen Städten und Gemeinden der Region Hannover gibt es Hilfeeinrichtungen gem. §§ 67 ff. SGB XII für Frauen in Wohnungsnotfällen?
  6. Welche Leistungsanbieter gibt es in der Region Hannover, die ambulante Hilfen in Tageseinrichtungen, Beratungsstellen, als begleitetes Wohnen in verschiedensten Wohnformen (auch in der Obdachlosen- oder Notunterkunft) anbieten?
    Bitte aufschlüsseln nach den 21 Städten und Gemeinden in der Region Hannover.
  7. Das Konzept „Housing First“ wurde bereits mit großen Erfolg in vielen bundesdeutschen Städten und Gemeinden, wie z.B. Berlin, umgesetzt.
    Welche Schritte hat die Region Hannover unternommen um Wohnungslose, nach dem Vorbild von „Housing First“, direkt mit einer Wohnung zu versorgen?
  8. Für den Doppelhaushalt 2019 & 2020 hatte die Gruppe DIE LINKE & Piraten im Rat der Landeshauptstadt Hannover den Antrag gestellt , dass der Gleichordnungskonzern hanova ein Gebäude für ein „Housing First“ –Pilotprojekt zur Verfügung stellt.
    Befürwortet die Region Hannover, dass ihre Vertreter in der Gesellschafterversammlung der Kreissiedlungsgesellschaft Hannover GmbH einen Antrag stellen, welcher die Geschäftsführung der KSG auffordert ein Gebäude für ein „Housing First“-Pilotprojekt mit bis zu 20 Wohneinheiten zur Verfügung zu stellen?
  9. Wie werden Obdach-/Wohnungslose Menschen in der Region Hannover über Hilfsangebote und Übernachtungsmöglichkeiten informiert?
  10. Wie viele „Kältetote“ gibt es seit Gründung der Region Hannover im Jahr 2001? Bitte aufschlüsseln nach den 21 Städten und Gemeinden in der Region Hannover.
     
    1www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Trauer-um-Strassenpapa-Tommi
    2 www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Der-Obdachlose-an-der-Eilenriede