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Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten bei Karstadt Sports

 

Gemeinsamer Antrag der Fraktion DIE LINKE./Gruppe DIE REGION gemäß § 8 der Geschäftsordnung

 

In den Regionsausschuss am 28.02.2017

In die Regionsversammlung am 07.03.2017

 

Antrag:

Die Regionsversammlung zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten bei Karstadt Sports und unterstützt den Betriebsrat in seinen Bemühungen zur Rückkehr in den Flächentarifvertrag.

Begründung:

Im Mai 2013 ist Karstadt aus dem Arbeitgeberverband des Einzelhandels ausgetreten, und die Geschäftsführung beschloss eine sogenannte Tarifpause: Das Entgelt der Vollzeitverkäufer/innen wurde auf 2.248 Euro brutto eingefroren, der Stundensatz liegt aktuell immer noch bei 13,79 Euro. Karstadt Sports ist seither Mitglied im Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung.

Zum Vergleich: Aktuell beträgt das Tarifentgelt 2.471 Euro brutto bei einem Stundensatz von 15,16 Euro. Die Beschäftigten bei Karstadt Sports bekommen für die gleiche Arbeit im Vergleich zum Flächentarifvertrag und den Kolleginnen und Kollegen bei Kaufhof und Sport-Scheck zehn Prozent oder 223 Euro brutto im Monat weniger. Wenn man das Urlaubsgeld und die tarifliche Sonderzuwendung dazuzählt, kommt man auf eine Differenz von circa zwölf Prozent – mit allen zusätzlichen Folgen für die spätere geringere Rente und die geringere Arbeitslosengeldhöhe im Falle von Arbeitslosigkeit.

Als René Benko im September 2013 neuer Eigentümer wurde, wurden alle Verhandlungsergebnisse zwischen Betriebsrat und Alt-Eigentümer kassiert, die eine Besserung für die Beschäftigten gebracht hätten.

Im Oktober 2015 wurde die Karstadt Sports GmbH eigenständig und aus der Karstadt Warenhaus GmbH ausgegliedert. Im selben Jahr gab es Verhandlungen zwischen dem Gesamtbetriebsrat, ver.di und der Geschäftsführung, in denen der Arbeitgeber kein seriöses Angebot auf den Tisch legte. Auch wurde kein Fahrplan vorgelegt, wann und wie in den Flächentarif zurückzukehren ist. Die bisher letzte Verhandlungsrunde war im März vergangenen Jahres.

Zwischenzeitlich hat der neue Eigentümer auf Kosten des Zahlens des aktuellen Tarifs an die Beschäftigten in neue Kassensysteme investiert und beabsichtigt, fünf bis sechs neue Filialen in den nächsten Jahren zu eröffnen – Geld ist also genug da, um in den Flächentarifvertrag zurückzukehren. Es darf nicht sein, dass sich ein reicher Eigentümer auf Kosten der Belegschaft neue Soft- und Hardware anschafft, Firmenanteile aufspaltet und zugleich den Verkäufer/innen nicht den aktuellen Tarif zahlt – das Ganze bei immer weniger Beschäftigten und damit steigender Arbeitsbelastung und -verdichtung für die verbleibenden Verkäufer/innen.