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Armut stinkt! Obdach- und Wohnungslose demonstrieren für eine menschenwürdige Unterbringung

In der Initiative „Armut stinkt!“ treffen sich Menschen die von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen sind, um auf die prekäre Lage von Personen die auf der Straße leben aufmerksam zu machen.

Am 10.9.2020 wurde daher in Hannover demonstriert. Knapp 200 Teilnehmer marschierten durch die Innenstadt. Vor dem Landtag kam es zu einer Abschlusskundgebung. Unsere Fraktionsvorsitzende Jessica Kaußen hielt einen Redebeitrag.

 

Die Corona-Pandemie hat die Lage der obdachlosen Einwohner*innen in Stadt und Region nochmals verschärft. Die Initiative Armut stinkt stellt daher ausdrücklich fest, dass es immer noch kein Konzept seitens der Verwaltung gibt eine angemessene und menschwürdige Unterbringung aller obdachlosen in Hannover umzusetzen.

Das bisherige Angebot Obdachlose in Jugendherbergen unterzubringen läuft am 15.10.2020 aus. Die Zukunft dieses Modells steht in Frage. Angeblich weil ab diesem Zeitpunkt keine geeigneten Immobilien mehr zur Verfügung stehen.

Die unhaltbaren Zustände in Stadt und Region kritisierte auch Jessica Kaußen auf der Demonstration. Wir dokumentieren ihre Rede:

Allein im Bereich der Stadt Hannover suchen derzeit über 4500 Menschen eine Wohnung. In der Region kommt noch ein Vielfaches hinzu. Diese Zahlen sind für Hannover beschämend.

Die kommende Kälteperiode wird wieder Opfer kosten. Denn Obdachlosigkeit tötet. In dieser Kälteperiode wird das Problem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nochmals verschärft. Eine Unterbringung in großen Schlafsälen ist nicht nur menschenunwürdig, sondern bei der aktuellen Gesundheitslage auch noch stark gesundheitsgefährdend. Die Verantwortlichen in der Stadt und der Region werden wieder nur darüber streiten, ob es wirklich Kältetote waren oder nicht ein anderer Grund für den Tod unserer Mitbürger*innen verantwortlich war.

Solchen Verantwortlichen würde ich gerne nur eine Winternacht im Freien empfehlen. Dann wüssten Sie vielleicht worüber sie reden.

Obdachlosigkeit, dass bedeutet, dass das verfassungsmäßig abgesicherte Recht auf soziokulturelle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für die Betroffenen abgeschafft ist.

Gleichzeitig plant das Land Niedersachsen der Landeshauptstadt Hannover 25 Millionen Euro für ihre Bewerbung als Kulturhauptstadt zu überweisen. Geld, welches allein schon dafür reichen würde, dass kein*e Obdachlose*r mehr in Hannover frieren, oder schlimmer noch, erfrieren muss.

Obdachlosigkeit ist ein Zeichen für die Kulturlosigkeit einer Stadt und einer Region. Daher wird es mit uns LINKEN keine Zustimmung für die Bewilligung von Geldern für die Bewerbung Hannovers als Kulturhauptstadt geben, wenn nicht zuvor die Obdachlosigkeit in dieser Stadt wirksam bekämpft worden ist. Denn eine Kulturhauptstadt gibt es nur ohne Obdach- und Wohnungslosigkeit.

Anm.: Es gilt das gesprochene Wort