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Ein Busdepot für die Region Hannover: Zweite Chance Weetzen?

Alles schien in trockenen Tüchern. Das Bauland war gekauft und die Mobilitätstrendwende für die Region Hannover schien nur noch eine Sache der Zeit. Die Regiobus GmbH wollte mit ihrem neuen Busdepot Maßstäbe in Sache Elektromobilität im Nahverkehr setzen. Auch neue Antriebstechnologien umfasste eines der modernsten Businfrastrukturprojekte der Bundesrepublik.

Gehrden war als bester Standort ermittelt worden. Eigentlich war alles klar. Es kam anders. Als im Rat der Stadt Gehrden die notwendigen Mehrheiten auf der Sitzung vom 7.10.2020 fehlten, war erkennbar das jahrelange Planungen umsonst gewesen waren.

Seitdem beginnt die Suche nach einem neuen Standort. Die örtliche Presse berichtet von gleich mehreren Gemeinden, die nun um das Busdepot buhlen. Unter anderem die Kommunalpolitik in Wennigsen, Springe und Ronnenberg (dort für den Ortsteil Weetzen) machen sich für die Ansiedlung des Busdepots nun stark.

Die Ronnenberger Bürgermeisterin Stephanie Harms (CDU) meldet dennoch grundsätzliche Bedenken an und vertritt in der heutigen HAZ die Meinung, dass sich die Regiobus GmbH auf die Gemeinde zu bewegen muss.

Dass sieht die Gruppe aus SPD und Die Linke im Rat der Stadt Ronnenberg indes anders. Der stellvertretenden Gruppenvorsitzende Thorsten Kuhn (Die Linke) unterstützt das Vorhaben der SPD ausdrücklich. Kuhn wörtlich: „Die Ansiedelung des modernsten Busdepots der Bundesrepublik darf nicht nur als kleinteiliger Deal um Gewerbesteuer und Regionalproporz verstanden werden. Es geht neben der Frage des Ausbaus einer modernen Nahverkehrsinfrastruktur auch um die Entwicklung und den Einsatz der modernen Wasserstofftechnologie“. 

„Die Zukunft der Mobilität wird damit vor den Toren Hannovers auf ein neues Niveau gehoben“, so Kuhn weiter. „Wer sich so etwas entgehen lässt, der hat von Standortpolitik wenig verstanden“. 

Bereits bei der Standortsuche im Jahre 2019 hatte unter anderem Regionspräsident Hauke Jagau die Bürgermeisterin der Stadt Ronnenberg angeschrieben und für das Projekt geworben. Jagau hatte unter anderem auch darauf verwiesen, dass die Regiobus GmbH wichtiger Ausbildungsbetrieb in der Region ist. Ein Umstand der in der Debatte bisher zu kurz gekommen ist, meint auch Ratsmitglied Kuhn. 

Mit dem wichtigen S-Bahn-Haltepunkt in Weetzen und der guten Anbindung Weetzens an die B-217 bietet der Standort tatsächlich eine attraktive Alternative zum gescheiterten Projekt in Gehrden. Auch hier werden unnötige Leer- und Depotfahrten vermieden. Ein wichtiges Argument für den wirtschaftlichen sinnvollen Einsatz von Elektrobussen.

Bei der neuen Standortsuche müssen die schweren Fehler die in Gehrden gemacht wurden vermieden werden. Die Entscheidung der Vergrößerung des Betriebsgeländes wurde mit den Einwohner*innen vor Ort viel zu wenig kommuniziert. Auch die Interessen der Gewerbetreibenden, eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinde, wurden zu wenig bei den Entscheidungsprozessen beachtet. Ungeachtet dieses Handlungsbedarfs gibt es aber keinen Grund ein wichtiges Projekt für die Verkehrswende unnötig aufzuschieben.