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Expertengespräch - Pflegenotstand beschäftigt sich mit Mangel in der Pflege und zeigt Lösungen auf

Am Dienstag dem 25.09.2018 fand von 19:00 – 22:00 Uhr das „Expertengespräch – Pflegenotstand“ des Kreisverbandes DIE LINKE. Region Hannover statt. Jessica Kaußen, Vorsitzende des Kreisverbandes, moderierte die Veranstaltung zu der zwei kompetente Fachreferenten aus der Praxis eingeladen wurden.

Am Dienstag dem 25.09.2018 fand von 19:00 – 22:00 Uhr das „Expertengespräch – Pflegenotstand“ des Kreisverbandes DIE LINKE. Region Hannover statt. Jessica Kaußen, Vorsitzende des Kreisverbandes, moderierte die Veranstaltung zu der zwei kompetente Fachreferenten aus der Praxis eingeladen wurden. Rita Krüger, Mitglied im Landesvorstand von DIE LINKE. Niedersachsen, brachte ihre Expertise aus jahrelanger Erfahrung in der Psychiatrie mit ein.

Frank Jaeschke, der zweite Referent des Abends, ist Mitglied im Personalrat der Medizinischen Hochschule Hannover und gelernter Gesundheits- und Krankenpflegekraft.

Jessica führte die Fachreferenten mit ihren Fragen durch eine lebhafte und informative Diskussion.

Mit Bezug auf die Forderungen aus der DIE LINKE. Kampagne „Menschen vor Profite - Pflegenotstand stoppen!“, stellte die Vorstandsvorsitzende in ihren Fragen den Bezug zur Praxis her. Sind unsere Forderungen zielgerichtet? Gehen Sie weit genug? Gibt es noch Ergänzungsbedarf? Und das Expertengespräch brachte wertvolle Ergebnisse.

Rita, auch Mitglied der Koordinierungsgruppe „Stärkung des ländlichen Raums in Niedersachsen“, welche den Fokus auf die Pflegesituation legt, berichtete von ihren Erfahrungen aus Gesprächen mit Gesundheits- und Krankenpflegekräften und ihrer jahrzehntelangen Arbeit im Bereich Krankenhaus und Pflege. Für sie ist die psychische Belastung, die Pflegekräfte permanent ausgesetzt sind, aufgrund von Personalmangel und Dokumentationspflicht zur eigenen rechtlichen Absicherung, zwei Faktoren die mehr ins Zentrum der Debatte gerückt werden sollten. „Wenn sich die Gesamtsituation nicht ändert, dann bringt es auch nichts den Gesundheits- und Krankenpflegekräften mehr Geld zu zahlen, denn selbst mit 5000 € netto im Monat bleibt die Pflege eine nicht zu bewältigende Herausforderung.“, so Rita.

Für Frank kam die größte negative Veränderung in der Pflege nach der Einführung der Diagnosebezogenen Fallgruppen, Diagnosis Related Groups (DRG). Seit dieser Veränderung hat sich die Verwaltung von Krankenhäusern immer weiter in Richtung der üblichen kapitalistischen Unternehmensführung entwickelt, mit dem Ergebnis: „Profite vor Menschen.“ In seiner Funktion als Mitglied im Personalrat der MHH ist er mit den unterschiedlichsten Sorgen und Problemen der Angestellten konfrontiert. Er sagt das größte Problem sei, dass die Pflegenden sich permanent ausgebrannt fühlen würden. Frank meint: „Die Pflegekräfte kommen mit ihrer Arbeit nicht hinterher aufgrund der hohen Belastung und den schlechten Arbeitsbedingungen. Das führt zu Konflikten mit den Vorgesetzten. Dazu kommt die schlechte Kommunikation mit den Ärzten, welche ebenfalls aufgrund der Situation in den Krankenhäusern nur im Operationssaal sind, anstatt auf Station. So kann kein Team funktionieren und so kann kein Team Aufgaben angemessen bewältigen.“

Zum Abschluss des Expertengesprächs und vor der Frage- und Diskussionsrunde konfrontierte Jessica die Referenten mit der seit August 2018 neu-gegründeten Pflegekammer und wollte ihre Meinung dazu hören. Außerdem wollte sie von Rita und Frank wissen, was Gewerkschaften und Personal- und Betriebsräte für die Arbeitnehmer in der Pflege tun können. Bezüglich ihrer Meinung zur Pflegekammer waren sich die Fachreferenten uneinig. Einig waren sie sich allerdings darin, dass es für Veränderungen in der Pflege immens wichtig ist, dass PflegerInnen sich organisieren und austauschen um sich gemeinsam für ihre Rechte und eine bessere Pflege einzusetzen.

Das Expertengespräch mit anschließender Diskussionsrunde war sehr interessant und zielführend. Insbesondere wurde in der Diskussion die Gefahr von Stationsschließungen oder andere Leistungseinschränkungen durch den Pflege – Fachkräftemangel thematisiert. Deshalb freuen wir uns auf Euch bei unserem nächsten Expertengespräch.