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Gefährlich verankert – Antisemitismus in Niedersachsen

Vor wenigen Tagen hat die Fraktionsleitung der Partei Die Linke in der Regionsversammlung Hannover der Opfer der Shoa anlässlich des Holocaust-Gedenktages erinnert. Leider ist Antisemitismus immer noch und schon wieder gefährlichster Ausdruck von zivilisatorischer Spaltung und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Das Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen (L-DZ) ist für die Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Niedersachsen zuständig. So fördert und unterstützt das L-DZ zivilgesellschaftlich organisierte Beratungsangebote im Themenbereich Rechtsextremismus. Im Rahmen dieser Aufgabe hat das L-DZ aktuell eine Broschüre veröffentlicht. Mit der Publikation „Gefährlich verankert – Antisemitismus in Niedersachsen, wollen die verantwortlichen Autoren der Broschüre davor warnen die Gefährdung jüdischen Lebens in unseren Gemeinden zu verharmlosen.

Dr. Dana Ionescu erläutert in ihrem Beitrag für die Broschüre insbesondere die Zusammenhänge zwischen dem strukturellen Antisemitismus und den seit Jahren um gesellschaftliche Anerkennung ringenden Verschwörungsideologien. Gerade weil Verschwörungsideologien derart vielfältig und wandelbar waren und sind, sprechen Forscher*innen auch vom Antisemitismus als verdichtetes kognitives und emotionales Weltbild.

Da die wenigsten Menschen Antisemit*in sein wollen, wird Antisemitismus häufig relativiert, geleugnet und umgedeutet. Auch die Vorstellung von „Sprechverboten“ entfaltet eine starke Dynamik und gehört damit untrennbar zum gegenwärtigen Antisemitismus, führt Dr. Dana Ionescu in ihrem Beitrag weiter aus.  

Die Broschüre verdeutlicht nochmals eindringlich, dass es Aufgabe aller zivilgesellschaftlichen Akteure und aller demokratischen Parteien ist, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen.

Abgerundet wird die Broschüre durch Grußworte der Landesjustizministerin Barbara Havliza und der niedersächsischen Beauftragten gegen Antisemitismus Dr. Franz Rainer Ernste.