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Wohnungspolitische Stümperei der Region: Statt „sorglos Pakete“ für Vermieter muss genossenschaftlicher Wohnraum geschaffen werden

Die örtliche Presse am Donnerstag konstatierte kurz und knapp: Es fehlen mindestens 13.000 Wohnungen in der Region Hannover. Zitiert wird Sozialdezernentin Andrea Hanke, die diesen Fehlbestand bis zum Jahr 2025 feststellt. Andere Quellen gehen sogar von einem noch höheren Fehlbestand aus. Ein Förderprogramm in Höhe von 15,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2025 soll das in Teilen ändern. Denn vor allen Dingen die Wohnungsnot bei bezahlbaren Wohnraum ist alarmierend. Die Region hat lediglich 28 solcher sogenannten Belegrechtswohnungen seit 2017 geschaffen, weiß die HAZ vom 17.9.2020 zu berichten.

Die avisierten Millionen sollen Vermieter erhalten, die günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. „Ein Rund um sorglos Paket für Vermieter“ rühmt Hanke ihre Idee. 80 Wohnungen pro Jahr sollen so zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. 
Das ist nicht einmal der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, kommentiert unsere Fraktionsvorsitzende Jessica Kaußen. Denn die Lage am Wohnungsmarkt ist dramatisch. 41 Prozent der insgesamt knapp 600.000 Haushalte in der Region Hannover sind berechtigt eine Wohnung mit Belegungsrecht zu beziehen. 
Mit dem jetzt aufgelegten Programm wird lediglich die Hilflosigkeit einer brutal erfolglosen Wohnungspolitik deutlich, so Kaußen weiter. Selbst die Sozialdezernentin sollte angesichts der begrenzten Wirkung des neuen Programms nachdenklich werden. Dies ist Scheitern im großen Stil.
Die Wohnungsnot in Hannover kann nur noch mit einem umfangeichen öffentlichen Bauprogramm von Bund, Land und Region wirksam bekämpft werden. Ein solches Wohnungsbauprogramm hat unsere Partei bereits im Kommunalwahlprogramm 2016 gefordert. Der aktuelle Wohnungsmangel ist seit vielen Jahren bekannt. Wir brauchen Mittel in dreistelliger Millionenhöhe, damit ein wirkungsvolles Wohn- und Infrastrukturprogramm dafür sorgt, dass jede Einwohner*in ein bezahlbares Dach über dem Kopf hat. Nur dann gibt es ein Rund um sorglos Paket für Mieter, bilanziert unsere Fraktionsvorsitzende.