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Nino Mujic / Nino Mujic

Zukunftsfähig kann nicht auf Kosten der Beschäftigten erkauft werden

Bereits im September hatte der hannoversche Autozulieferer Continental (ab hier Conti), die Streichung von 7.000 Stellen angekündigt. Nun hat das Konzernmanagement seine Ziele noch weiter hochgeschraubt und insgesamt stehen nun ganze 13.000 Stellen in Deutschland auf dem Spiel. Weltweit sind sogar 30.000 Beschäftigte bedroht.

Begründet wird dieser Sparkurs selbstverständlich mit der Corona-Krise und den „Herausforderungen“ welche die „gesamte Autoindustrie“ zu bewältigen hätte. Das Muster ist altbekannt und wird die Defizite des Unternehmens nur weiter verschärfen. Durch die Streichungen gehen ja nicht nur Standorte und Kapazitäten verloren, sondern auch Know-how und Betriebserfahrung. Conti sieht hingegen kein Problem, trotz des Spardrucks, über 600 Millionen Euro an die Aktionäre auszuschütten. Ein Betrag der nochmal deutlich höher ist als das im letzten Jahr von Conti verkündete Sparziel.

Das Management sollte die Gelder lieber nutzen, um sich ernsthaft mit den Herausforderungen der Branche auseinanderzusetzen. Inzwischen sind es Unternehmen wie Tesla aus den USA oder NIO in China, welche als die nächsten großen Stars auf der Bühne der Automobil-Branche gehandelt werden oder schon welche sind. Auch Conti darf diesen Wandel nicht verschlafen und muss gleichzeitig Arbeitsplätze und Fachwissen absichern. Dazu müssen umfangreiche Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten geschaffen werden, damit der Konzern und seine Standorte für den technischen Umschwung gewappnet sind. Gerne kann Conti hier auch die öffentliche Hand um Hilfe bitten, dann aber muss der Grundsatz gelten, dass Subventionen nur fließen, wenn kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird und Dividenden oder Manager-Boni auf ein Minimum beschränkt werden.

Schlussendlich dürfen wir nicht vergessen, dass es hier auch nicht nur um ein Unternehmen geht,  sondern um 13.000 persönliche Existenzen, deren Lebensplanung gemeinsam mit ihren Familien bedroht ist. Dabei bietet gerade Deutschland genug Instrumente, um Arbeitsplätze auch in schwierigen Phasen zu sichern. Auch die IG-Metall hat hier Erfahrungen gesammelt und kann gemeinsam mit den Beschäftigten Lösungen entwickeln.

Über den Autor:

Felix Mönkemeyer studiert Wirtschaftswissenschaften und ist als Kommunalpolitiker auf verschiedenen Ebenen in Hessisch Oldendorf aktiv. Beruflich ist er Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten und Gewerkschaftssekretärin Jutta Krellmann, welche für die Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales sitzt. Seit 2019 ist er zudem Landesvorsitzender der linksjugend [‘solid] in Niedersachsen.